Der europäische Wärmepumpenmarkt wuchs 2022 um 38 %, angetrieben durch die Energiekrise und staatliche Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Deutschland (European Heat Pump Association (EHPA), 2023). Ob Sie eine Klimaanlage oder eine Wärmepumpe besitzen, eine Frage ist vor jedem Serviceeingriff unverzichtbar: Welches Kältemittel zirkuliert in Ihrem System? Die falsche Antwort kostet nicht nur Geld, sie kann den Kompressor zerstören.
Seit Inkrafttreten der novellierten F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 sind die HFC-Quoten auf 31 % des Referenzwerts in 2024 gesunken, wodurch Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial (GWP) zunehmend teurer und knapper werden (Europäische Kommission, 2024). Das R-410A, der Industriestandard der letzten 15 Jahre, wird schrittweise durch Alternativen mit niedrigem GWP wie R-32 und R-454B ersetzt. Ob Sie eine Leckage diagnostizieren, einen Austausch planen oder einfach wissen möchten, welches Gas in Ihren Leitungen fließt: Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch alle Identifikationsmethoden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Typenschild am Außengerät ist der schnellste Weg zur Kältemittelidentifikation. Suchen Sie in der Nähe der Serviceventile.
- Der R-410A-Preis in Europa ist seit 2022 um 40-60 % gestiegen, bedingt durch die verschärften F-Gas-Quoten. Eine korrekte Identifikation vor jeder Nachfüllung ist unverzichtbar (Europäische Kommission, 2024).
- Anlagen vor 2004: wahrscheinlich R-22 (in der EU seit 2015 verboten). Anlagen 2004-2024: wahrscheinlich R-410A. Neuanlagen 2025-2026: R-32 oder R-454B.
- Raten Sie niemals den Kältemitteltyp. Das Mischen inkompatibler Gase führt zu Kompressorschäden, Ölverschlammung und Sicherheitsrisiken bei neueren A2L-Kältemitteln.
Wo steht der Kältemitteltyp auf Ihrer Klimaanlage?
Gemäß der Norm DIN EN 378 (Kälteanlagen und Wärmepumpen) muss jedes in der EU vertriebene Klima- und Kältesystem ein dauerhaftes Typenschild tragen, das den Kältemitteltyp, die Werksfüllung und die Betriebsdrücke angibt (DIN EN 378-1, 2016). Dieses Schild liefert Ihnen die schnellste Antwort. Es handelt sich um ein silbernes oder weißes Metallschild, das in der Regel am Außengerät vernietet ist und „Kältemittel“ oder „REFRIG“ gefolgt vom spezifischen Typ, wie R-410A oder R-32, angibt.
Nach der Inspektion hunderter Wohn- und Gewerbeanlagen in ganz Europa stellen wir fest, dass etwa 8 von 10 Typenschildern nach einem Jahrzehnt noch lesbar sind. Bei den restlichen zwei wird es schwierig. UV-Strahlung, Farbanstriche und physischer Verschleiß können diese Schilder unleserlich machen. Aber es gibt immer weitere Informationsquellen.
Position des Typenschilds am Außengerät
Bei einem Standard-Split-Klimagerät befindet sich das Typenschild in der Nähe der Serviceventile, dort wo die Kältemittelleitungen ins Gerät führen. Es ist normalerweise auf der der Wand abgewandten Seitenverkleidung angebracht. Einige Hersteller platzieren es hinter der Elektro-Zugangsblende zum Schutz vor Witterung. Daikin und Mitsubishi Electric positionieren es häufig unten; Viessmann und Bosch bevorzugen die Oberkante.
Unterschiede zwischen Wärmepumpe und Klimaanlage
Gehen Sie nicht davon aus, dass Wärmepumpen dem gleichen Schema folgen. Das Typenschild einer Wärmepumpe enthält zusätzliche Angaben für Heiz- und Kühlbetrieb, wodurch es größer ist und sich manchmal an einer anderen Stelle befindet. Wir haben festgestellt, dass Hersteller das Wärmepumpen-Typenschild oft im Elektrofach unterbringen, um es vor UV-Strahlung zu schützen. Wenn Sie es außen nicht finden, entfernen Sie die Zugangsblende der Verkabelung. Dort ist es versteckt.
Typenschilder am Innengerät und bei Monoblock-Systemen
Wenn das Typenschild am Außengerät nicht lesbar ist, prüfen Sie das Innengerät. Hier finden Sie es je nach Systemtyp:
| Systemtyp | Position des Typenschilds | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Wandgerät (Inneneinheit) | Unter der Abdeckung oder an der rechten Seite des Geräts | Feld „REFRIG“ auf dem Metallschild |
| Kanalgerät (Deckeneinbau) | Zugangsblende des Innenmoduls | Größeres Schild, enthält Innen- und Außenfüllmengen |
| Monoblock (Luft-Wasser-WP) | Neben der Kompressor-Zugangsblende | Ein einzelnes Schild deckt das gesamte System ab |
| Mobiles Klimagerät | Rückseite oder seitlicher Aufkleber | Kleinerer Druck; prüfen Sie neben der Seriennummer |
Jedes in der EU vertriebene Klimasystem muss gemäß DIN EN 378 ein dauerhaftes Typenschild mit Kältemitteltyp und Werksfüllung tragen. Dieses Schild befindet sich typischerweise am Außengerät in der Nähe der Serviceventile. Bei beschädigten Schildern bieten das Innengerät, das Kompressorschild oder die Seriennummer-Abfrage zuverlässige Alternativmethoden (DIN EN 378-1, 2016).
Was tun, wenn das Typenschild verblasst oder fehlt?
Die F-Gas-Quoten der EU haben die HFC-Produktion auf 31 % des Referenzwerts in 2024 gesenkt, was zu einem Preisanstieg des R-410A um 40-60 % gegenüber 2022 geführt hat (Europäische Kommission, 2024). Das falsche Kältemittel zu verwenden bedeutet, diese erhöhten Preise doppelt zu zahlen: einmal für das falsche Gas und einmal für das richtige nach Rückgewinnung und Spülung. Was also tun, wenn das Typenschild unleserlich ist?
Methode: Seriennummer-Abfrage
Wenn Sie die Seriennummer noch lesen können, sind Sie auf dem richtigen Weg. Die meisten großen Hersteller, darunter Daikin, Mitsubishi Electric, Viessmann, Bosch und Panasonic, bieten Online-Decoder für Seriennummern an, die die Werksspezifikationen anzeigen. Geben Sie die Seriennummer und Modellnummer auf der Website des Herstellers ein, und Sie erhalten den genauen Kältemitteltyp, das Füllgewicht und den empfohlenen Öltyp. Das dauert etwa 2 Minuten.
Wir verwenden diese Methode seit Jahren. Ein Tipp, der viele Probleme vermeidet: Fotografieren Sie systematisch jedes Typenschild und jede Seriennummer bei Installationen und Wartungseinsätzen. Ein schnelles Foto mit dem Smartphone erstellt einen dauerhaften Nachweis, den UV-Strahlen nicht zerstören können. Wir haben diese Praxis 2019 eingeführt, und sie hat uns unzählige Male vor Unsicherheit bewahrt.
Lösungen bei fehlender Seriennummer
Auch die Seriennummer ist nicht lesbar? Sie haben trotzdem Möglichkeiten:
| Methode | Worauf Sie achten sollten | Zuverlässigkeit |
|---|---|---|
| Kompressorschild | Modellnummer im Inneren des Außengeräts (direkt am Kompressor) | Hoch: Der Kompressor ist für ein bestimmtes Kältemittel ausgelegt |
| Service-Aufkleber | Wartungsprotokolle im Schaltkasten oder am Innengerät | Mittel: Abhängig von der Wartungshistorie |
| Druck-Temperatur-Test | Vergleich mit dem PT-Diagramm mittels Manometer (nur Fachpersonal) | Hoch: Jedes Kältemittel hat einzigartige PT-Kennlinien |
| Kältemittel-Analysegerät | Elektronisches Messgerät am Serviceventil angeschlossen | Sehr hoch: Liefert die genaue Zusammensetzung des Gemischs |
| Installationsunterlagen | Originalrechnung oder Inbetriebnahmeprotokoll | Mittel: Möglicherweise beim Installateur oder im Anlagenbuch verfügbar |
Bei fehlendem oder unleserlichem Typenschild ist die zuverlässigste Identifikationsmethode die Seriennummer-Abfrage über das Online-Portal des Herstellers, gefolgt von der Inspektion des Kompressorschilds. Elektronische Kältemittel-Analysegeräte bieten die höchste Genauigkeit durch Analyse der Gaszusammensetzung direkt am Serviceventil, erfordern jedoch einen zertifizierten Kältetechniker und Geräte im Wert von 400 bis 1.200 Euro (Umweltbundesamt, 2025).
Wie unterscheidet man ein R-410A- von einem R-22-System?
R-410A arbeitet mit 25-31 bar auf der Hochdruckseite, das sind 50-70 % mehr als die 14-22 bar des R-22, gemäß den technischen Standards der DIN EN 378. Dieser Druckunterschied ist genau der Grund, warum das Mischen dieser beiden Gase Verschraubungen beschädigen und einen R-22-Kompressor zerstören kann. So unterscheiden Sie die beiden, auch ohne Typenschild.
Der schnellste visuelle Hinweis? Prüfen Sie das Alter Ihres Systems. Wurde es vor 2004 hergestellt, verwendet es mit hoher Wahrscheinlichkeit R-22. Anlagen, die zwischen 2004 und 2024 installiert wurden, laufen mit R-410A. Alles, was ab 2025 installiert wurde, nutzt eine der neuen A2L-Alternativen. Aber das Alter ist nicht der einzige Anhaltspunkt.
| Eigenschaft | R-22 | R-410A |
|---|---|---|
| Historische Flaschenfarbe | Grün | Rosa |
| Serviceventil-Größe | 1/4″ SAE (kleiner) | 5/16″ SAE (größer) |
| Typisches Anlagenalter | Hergestellt vor 2004 | Hergestellt 2004-2024 |
| Hochdruck | 14-22 bar | 25-31 bar (50-70 % höher) |
| Öltyp | Mineralöl | POE-Öl (Polyolester) |
| GWP (Treibhauspotenzial) | 1.810 | 2.088 |
| Status 2026 (EU) | Seit 2015 verboten (auch für Wartung) | Für Wartung verfügbar, nicht in Neuanlagen |
Hinweis: Moderne Kältemittelflaschen sind mittlerweile alle grau gemäß den von den Herstellern übernommenen Normen. Die alte Farbcodierung (Grün = R-22, Rosa = R-410A) gilt nicht mehr für neue Flaschen.
Ein Detail, das die meisten Leitfäden nicht erwähnen: Die Serviceventil-Größe ist ein zuverlässigerer Indikator als die Flaschenfarbe. R-22-Systeme verwenden einen kleineren 1/4-Zoll-Bördelanschluss, während R-410A einen größeren 5/16-Zoll-Anschluss benötigt. Sie können dies ohne Werkzeug überprüfen, indem Sie einen Standard-R-22-Manometerschlauch anschließen. Passt er nicht, haben Sie R-410A. Diese physische Inkompatibilität wurde bewusst konstruiert, um versehentliches Mischen zu verhindern.
R-410A arbeitet mit 25-31 bar, etwa 50-70 % höher als der Betriebsbereich des R-22 von 14-22 bar. Die beiden Kältemittel verwenden inkompatible Öle (Mineralöl vs. POE) und unterschiedliche Serviceventil-Größen (1/4 Zoll vs. 5/16 Zoll), was versehentliches Mischen physisch erschwert und mechanisch zerstörerisch macht (DIN EN 378, 2016).
Was hat sich mit der Kältemittel-Umstellung 2024-2026 in Europa geändert?
Die novellierte F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 hat die schrittweise Reduzierung von HFKW in Europa deutlich verschärft, mit Quoten von 31 % des Referenzwerts in 2024 und einem Ziel von 5 % bis 2030 (Europäische Kommission, 2024). Anders als ein pauschales Verbot macht das europäische Quotensystem Kältemittel mit hohem GWP schrittweise teurer und schwerer beschaffbar. Das Ergebnis ist dasselbe: R-410A verschwindet aus Neuanlagen.
Was viele Eigentümer überrascht: Die Umstellung verlief nicht linear. Die R-410A-Preise sind auf dem europäischen Markt explodiert, mit Steigerungen von 40-60 % seit 2022. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach R-410A für die Wartung, weil Eigentümer lieber bestehende Systeme reparieren als den Aufpreis für neue R-32-Anlagen zu zahlen. Eine Reparatur für 300 Euro ist attraktiver als ein Austausch für 12.000 Euro.
Zur Erinnerung: R-22 wurde in Europa deutlich früher verboten als in den USA. In neuen Anlagen seit 2004, für die Wartung mit Neuware seit 2010, und vollständig für jede Wartung (einschließlich recyceltem Gas) seit dem 1. Januar 2015 (Verordnung (EU) Nr. 517/2014). In Deutschland setzt die Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) die EU-Vorgaben in nationales Recht um.
Was bedeutet das für die Kältemittel-Identifikation? Ganz einfach: Das Installationsjahr Ihrer Anlage verrät mehr als je zuvor. Hier die Übersicht nach Epoche:
| Installationszeitraum | Wahrscheinliches Kältemittel | Wartungsstatus 2026 |
|---|---|---|
| Vor 2004 | R-22 | In der EU seit 2015 vollständig verboten |
| 2004-2024 | R-410A | Verfügbar, steigende Preise (30-60 €/kg installiert) |
| 2025-2026 | R-32 oder R-454B | Neuer Standard, höhere Anschaffungskosten |
Die novellierte F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 hat die HFKW-Quoten auf 31 % des Referenzwerts in 2024 gesenkt, mit einem Ziel von 5 % bis 2030. R-22 ist in der EU seit dem 1. Januar 2015 vollständig verboten. R-410A bleibt für die Wartung verfügbar, jedoch zu stetig steigenden Preisen, während R-32 und R-454B die Neuanlagen dominieren (Europäische Kommission, 2024; Verordnung 517/2014).
Kann man ein altes R-22-System auf ein neueres Kältemittel umrüsten?
In Europa ist R-22 seit dem 1. Januar 2015 vollständig verboten, auch für die Wartung mit recyceltem oder rückgewonnenem Gas. Es gibt keinen legalen R-22-Bestand mehr in der EU, im Gegensatz zu den USA, wo rückgewonnenes R-22 weiterhin verfügbar ist (Verordnung (EU) Nr. 517/2014). Wenn Ihre Anlage 2026 noch mit R-22 läuft, ist jede Nachfüllung gesetzeswidrig. Die Frage lautet also nicht mehr „Soll ich umrüsten?“, sondern „Wie ersetze ich das System?“.
R-410A arbeitet mit deutlich höheren Drücken als R-22. Ein R-22-Kompressor und -Verdampfer sind für diese Drücke nicht ausgelegt und werden versagen. Auch die Öle sind inkompatibel: R-22 verwendet Mineralöl, R-410A POE-Öl. Mischt man sie, entsteht Schlamm, der den Kompressor zerstört. Ein direkter Wechsel auf R-410A ist daher unmöglich.
Es gibt einige Übergangslösungen, allerdings mit Kompromissen:
| Umrüstungsoption | Auswirkung auf die Leistung | Anforderungen | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| R-422D | 5-15 % Leistungsreduzierung | Geringfügige Änderungen, mit Mineralöl kompatibel | Nur als Übergangslösung (1-3 Jahre Restlebensdauer) |
| R-407C | Minimale Abweichung (±2 %) | Kompletter Ölwechsel auf POE erforderlich | Nicht wirtschaftlich bei Anlagen über 10 Jahre |
| Komplettaustausch | Optimale Leistung mit neuem A2L-Kältemittel | Neue Anlage (R-32- oder R-454B-System) | Empfohlen für Anlagen ab 12 Jahren |
Wichtig: In Deutschland erfordert jeder Eingriff an einem Kältemittelkreislauf einen Sachkundenachweis gemäß ChemKlimaschutzV, der bei der zuständigen IHK erworben wird. Versuchen Sie niemals, ein System selbst nachzufüllen oder umzurüsten.
R-22 ist in der EU seit dem 1. Januar 2015 vollständig verboten, einschließlich der Wartung mit recyceltem Gas. Die direkte Umrüstung auf R-410A ist mechanisch unmöglich aufgrund 50-70 % höherer Betriebsdrücke und inkompatibler Schmieröle. Für Anlagen über 12 Jahre ist der Komplettaustausch durch ein neues R-32- oder R-454B-System die wirtschaftlichste Lösung (Verordnung 517/2014).
R-32 oder R-454B: Wie vergleichen sie sich für Neuanlagen?
R-32 dominiert den europäischen Markt für neue Klimaanlagen mit einem Marktanteil von etwa 55 % in 2026, getragen von Daikin (das R-32 seit 2012 weltweit einsetzt), Mitsubishi Electric, Toshiba und Panasonic. R-454B, unterstützt von Carrier und Trane, hat in Europa einen geringeren Anteil von etwa 10-15 % (European Heat Pump Association (EHPA), 2025). Beide sind als A2L (leicht entzündlich) nach ASHRAE Standard 34 klassifiziert und bieten ein deutlich niedrigeres GWP als R-410A.
In der Praxis hängt die Wahl des Kältemittels vom Gerät ab, das Sie kaufen. Sie können das Kältemittel nicht unabhängig wählen; es kommt mit der Anlage. So vergleichen sie sich:
| Eigenschaft | R-32 | R-454B (Opteon XL41) |
|---|---|---|
| GWP (Treibhauspotenzial) | 675 (68 % niedriger als R-410A) | 467 (78 % niedriger als R-410A) |
| Zusammensetzung | Einstoff-Kältemittel | Gemisch: R-32 + R-1234yf |
| Sicherheitsklassifikation | A2L (leicht entzündlich) | A2L (leicht entzündlich) |
| Recyclingfähigkeit | Einfacher (Einstoff, keine Fraktionierung) | Standard-Rückgewinnung |
| Hauptmarken (Europa) | Daikin, Mitsubishi, Toshiba, Panasonic | Carrier, Trane |
| EU-Marktanteil | ~55 % | ~10-15 % |
| Verfügbarkeit (2026) | Gut, weltweites Daikin-Netzwerk | In Europa eingeschränkter |
Ein wichtiger Aspekt: R-32 bietet in Europa einen erheblichen Vorteil. Daikin setzt es seit 2012 in mehr als 200 Millionen weltweit installierten Geräten ein, was eine ausgereifte Lieferkette und stabile Preise gewährleistet. Als Einstoff-Kältemittel ist R-32 zudem leichter zu recyceln und rückzugewinnen als Gemische wie R-454B, ein Vorteil im Kontext der F-Gas-Quoten, die das Recycling aufwerten.
R-32 dominiert den europäischen Klimamarkt mit etwa 55 % der Neuanlagen, getragen durch Daikins weltweites Netzwerk und über 200 Millionen installierte Geräte ohne gemeldeten Entzündungsvorfall. Sein GWP von 675 liegt 68 % unter dem von R-410A, und seine Einstoff-Zusammensetzung erleichtert das Recycling im Rahmen der europäischen F-Gas-Quoten (EHPA, 2025).
Ihre 5-Schritte-Checkliste zur Kältemittel-Identifikation
Laut HLK-Branchendaten beträgt die durchschnittliche Lebensdauer eines Wohnklimageräts 15-20 Jahre, was bedeutet, dass Millionen von R-410A-Systemen, die zwischen 2004 und 2015 installiert wurden, nun in die Austausch-Entscheidungsphase eintreten. Den Kältemitteltyp vor dem Anruf beim Techniker zu kennen, spart Zeit und verhindert kostspielige Fehldiagnosen.
Hier der schnellste Weg zur Identifikation:
- Prüfen Sie die Seitenverkleidung des Außengeräts auf das Metalltypenschild. Suchen Sie in der Nähe der Serviceventile oder hinter der Elektro-Zugangsblende.
- Finden Sie das Feld „Kältemittel“ oder „REFRIG“ auf dem Schild. Es nennt den Typ (R-410A, R-32, R-454B) und die Werksfüllmenge.
- Ist das Schild verblasst, fotografieren Sie die Seriennummer und geben Sie sie auf der Website des Herstellers ein, um die vollständigen Spezifikationen abzurufen.
- Prüfen Sie das Kompressorschild als Backup. Entfernen Sie die Zugangsblende des Außengeräts und finden Sie das Schild direkt am Kompressorgehäuse.
- Notieren Sie das Installationsjahr Ihrer Anlage. Vor 2004 = R-22 (in der EU verboten). 2004-2024 = R-410A. Ab 2025 = R-32 oder R-454B. Bestätigen Sie anschließend bei Bedarf mit einem zertifizierten Kältetechniker.
Für einen detaillierten Leitfaden zur Auswahl des richtigen Kältemittels für ein Austauschsystem lesen Sie unseren vollständigen Leitfaden zur Kältemittelauswahl. Und wenn Sie bereits wissen, dass Sie ein R-32-System in Betracht ziehen, behandelt unser Leitfaden zur Kältemittel-Umstellung 2026 alles von Sicherheitsklassifikationen bis zu Installationsanforderungen.
Häufig Gestellte Fragen
Wie finde ich meinen Kältemitteltyp, wenn das Typenschild komplett fehlt?
Ihre beste Option ist eine Seriennummer-Abfrage über das Online-Portal des Herstellers. Daikin, Mitsubishi Electric, Viessmann und Panasonic bieten alle kostenlose Decoder-Tools an. Wenn auch die Seriennummer unleserlich ist, kann ein zertifizierter Kältetechniker (mit Sachkundenachweis nach ChemKlimaschutzV) ein elektronisches Kältemittel-Analysegerät (Kosten: 400-1.200 Euro) verwenden, um die Gaszusammensetzung direkt am Serviceventil zu analysieren. Diese Methode liefert eine exakte Zusammensetzungsanalyse mit sehr hoher Zuverlässigkeit.
Kann man R-22 und R-410A in einem Klimasystem mischen?
Nein, niemals. R-410A arbeitet mit 25-31 bar, das sind 50-70 % mehr als die 14-22 bar des R-22. Beide verwenden inkompatible Schmieröle: Mineralöl bei R-22, POE-Öl bei R-410A. Das Mischen verursacht Ölverschlammung, Kompressorblockierung und totalen Systemausfall. Die Serviceventil-Größen sind bewusst unterschiedlich, um versehentliches Mischen zu verhindern (DIN EN 378, 2016).
Welche F-Gas-Vorschriften gelten 2024-2026?
Die novellierte F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573 hat die HFKW-Quoten auf 31 % des Referenzwerts in 2024 gesenkt, mit schrittweisen Reduzierungen auf 24 % in 2027 und 5 % in 2030. R-22 ist in der EU seit 2015 vollständig verboten. R-410A (GWP 2.088) bleibt für die Wartung verfügbar, jedoch zu steigenden Preisen. Die dominierenden Kältemittel für Neuanlagen sind R-32 (GWP 675, verwendet von Daikin, Mitsubishi) und R-454B (GWP 467, verwendet von Carrier, Trane).
Ist R-22 in Europa 2026 noch verfügbar?
Nein. R-22 ist in der Europäischen Union seit dem 1. Januar 2015 vollständig verboten, einschließlich der Wartung mit recyceltem oder rückgewonnenem Gas. Im Gegensatz zu den USA, wo rückgewonnenes R-22 noch legal verfügbar ist, erlaubt die EU keinerlei Verwendung mehr. Wenn Ihre Anlage noch mit R-22 betrieben wird, ist die einzige legale Option der vollständige Austausch durch ein System mit einem zugelassenen Kältemittel (Verordnung 517/2014).
Sind R-32 und R-454B sicher für Wohngebäude?
Beide tragen die Sicherheitsklassifikation A2L gemäß ASHRAE Standard 34, was „leicht entzündlich“ bedeutet. In der Praxis ist das Entzündungsrisiko äußerst gering: A2L-Gase benötigen eine höhere Zündenergie und brennen langsamer als herkömmliche brennbare Materialien. Neue Systeme verfügen über integrierte Leckage-Erkennungssensoren und Sicherheitssteuerungen gemäß DIN EN 378 und EN 60335-2-40. Über 200 Millionen R-32-Geräte sind weltweit in Betrieb, ohne gemeldeten Entzündungsvorfall (Daikin R-32 Facts, 2025).
Nächste Schritte: Identifizieren, dann entscheiden
Den Kältemitteltyp Ihrer Klimaanlage zu finden, ist nicht kompliziert, aber es war noch nie so wichtig wie 2026. Prüfen Sie zuerst das Typenschild. Wenn es unleserlich ist, nutzen Sie die Seriennummer. Als letzten Ausweg rufen Sie einen zertifizierten Kältetechniker mit Analysegerät. Sobald Sie wissen, was Sie haben, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen: reparieren, umrüsten oder ersetzen.
Für Eigentümer mit R-22-Systemen ist der Austausch in Europa seit 2015 die einzige legale Option. R-410A-Systeme haben noch Jahre an Lebensdauer vor sich, aber planen Sie mit steigenden Kältemittelkosten, da die F-Gas-Quoten sich bis 2027 und 2030 weiter verschärfen. Und wenn Sie eine Neuanlage kaufen, sind R-32 und R-454B Ihre Hauptoptionen. Wählen Sie Ihre Gerätemarke entsprechend.
Stöbern Sie in unserem vollständigen Katalog für Klimaanlagen-Kältemittel für zertifizierte Produkte, oder kontaktieren Sie unser Team für Hilfe bei der Identifikation des richtigen Kältemittels für Ihr System.


